Berlin ist immer eine Reise wert – und manchmal beginnt diese Reise nicht mit einem Ticket, sondern mit einem Buch.
Als ich mit 14 Jahren Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von Christiane F. las, kannte ich Berlin nur als abstrakten Ort. Doch durch dieses Buch entstand ein Bild in meinem Kopf: düster, intensiv, voller Gegensätze. Eine Stadt der Schatten, die mich tief beeindruckt und lange nicht mehr losgelassen hat.
Viele Jahre später stand ich selbst am Bahnhof Zoo – neugierig, fast ehrfürchtig. Und doch war da auch eine Irritation: Die Realität fühlte sich anders an als das literarische Bild, das mich so geprägt hatte. Vielleicht, weil Literatur verdichtet. Vielleicht, weil sich Orte verändern. Oder weil jede Geschichte nur einen Ausschnitt zeigt.
Gerade das macht literarische Reisen so besonders: Sie führen uns nicht nur an Orte, sondern auch zu unseren eigenen Bildern, Erwartungen und Erinnerungen.
Berlin ist heute für mich viel mehr als dieses eine Buch. Vielschichtig, lebendig, widersprüchlich – und immer wieder neu zu entdecken. Und genau deshalb werden wir auf unseren literarischen Reisen immer wieder einmal Station in Berlin machen.




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