Berlin ist immer eine Reise wert – und manchmal beginnt diese Reise nicht mit einem Ticket, sondern mit einem Buch. Als ich mit 14 Jahren Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von Christiane F. las, kannte ich Berlin nur als abstrakten Ort. Doch durch dieses Buch entstand ein Bild in meinem Kopf: düster, intensiv, voller Gegensätze. Eine Stadt der Schatten, die mich tief beeindruckt und lange nicht mehr losgelassen hat. Blick vom Bahnhof Berlin Zoologischer Garten auf die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche – der Bahnhof, der durch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ literarisch geprägt wurde, steht hier im Kontrast zur sichtbaren Stadt jenseits seiner düsteren Erzählungen. Foto: Adobe Stock - Heiko Viele Jahre später stand ich selbst am Bahnhof Zoo – neugierig, fast ehrfürchtig. Und doch war da auch eine Irritation: Die Realität fühlte sich anders an als das literarische Bild, das mich so geprägt hatte. Vielleicht, weil Literatur verdichtet. Vielleicht, weil sich Orte verändern. Oder weil jede Geschichte ...
Manchmal sind es nur kleine, fast unsichtbare Zeichen in einer Stadt, in einem Dorf, die die Vorübereilenden mit einem Schriftsteller, einer Schriftstellerin verbinden. So ist es auch in Feldkirch in Vorarlberg (Österreich), wo solch kleine Zeichen an einen ganz Großen erinnern: James Joyce (1882-1941). Auf dem Weg von der Feldkircher Innenstadt zum Bahnhof durchquert man - wenn man möchte - die James Joyce Passage. Auch im Bahnhof selbst wird auf den irischstämmigen Autor hingewiesen. Bildnachweis: privat James Joyce wurde 1882 in Dublin geboren und wuchs in einer zunächst wohlhabenden, später verarmten Familie auf. Früh zeigte sich sein literarisches Talent, er schrieb mit 9 Jahren sein erstes Gedicht. Nach seinem Studium zog er ins europäische Exil und lebte kurze Zeit in Zürich, ging dann aber nach Triest , wo er als Lehrer arbeitete und seine ersten bedeutenden Werke entstandenen. 1915 floh James Joyce mit seiner Familie aus dem kriegsgeprägten Triest in Richtung Schw...