Berlin ist immer eine Reise wert – und manchmal beginnt diese Reise nicht mit einem Ticket, sondern mit einem Buch. Als ich mit 14 Jahren Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von Christiane F. las, kannte ich Berlin nur als abstrakten Ort. Doch durch dieses Buch entstand ein Bild in meinem Kopf: düster, intensiv, voller Gegensätze. Eine Stadt der Schatten, die mich tief beeindruckt und lange nicht mehr losgelassen hat. Blick vom Bahnhof Berlin Zoologischer Garten auf die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche – der Bahnhof, der durch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ literarisch geprägt wurde, steht hier im Kontrast zur sichtbaren Stadt jenseits seiner düsteren Erzählungen. Foto: Adobe Stock - Heiko Viele Jahre später stand ich selbst am Bahnhof Zoo – neugierig, fast ehrfürchtig. Und doch war da auch eine Irritation: Die Realität fühlte sich anders an als das literarische Bild, das mich so geprägt hatte. Vielleicht, weil Literatur verdichtet. Vielleicht, weil sich Orte verändern. Oder weil jede Geschichte ...